Wie werde ich Trainer*in?

DOSB/Kai NeunertDOSB-Lizenzausbildung

Die Trainerausbildung ist in das mehrstufige Qualifizierungssystem des organisierten Sports in Deutschland eingebunden. Sie führt von der untersten Lizenzstufen (C-Lizenz) über die B-Lizenz hin zur A-Lizenzausbildung und gegebenenfalls zur Diplomtrainer-Ausbildung. Um eine DOSB-Lizenz zu erhalten, muss man auf den jeweiligen Lizenzstufen eine festgelegte Anzahl von Lerneinheiten (eine Lerneinheit beträgt 45 Minuten) absolvieren und entsprechende Abschlussprüfungen machen.

Der Erwerb einer DOSB-Trainer*innen-Lizenz ist in den verschiedenen Sportarten und Disziplinen bzw. Schwerpunkten möglich. Die praktische Umsetzung der Qualifizierung liegt bei den Sportverbände innerhalb des DOSB. Spitzenverbände und Landessportbünde vergeben im Auftrag des DOSB die Lizenzen für den jeweiligen Ausbildungsgang und geben Auskunft über Lehrgänge und Termine. Eine Übersicht über die DOSB-Mitgliedsorganisationen ist hier zu finden.

Warum es sich lohnt, DOSB-lizensierte*r Trainer*in zu werden: 

 

  • Anspruchsvolle Ausbildung durch qualifizierte Lehrkräfte
    Fachlich und methodisch geschulte und kompetente Lehrkräfte garantieren die hohe Qualität der jeweiligen Ausbildungen.
  • Transparenz und Vergleichbarkeit durch das Lizenzsystem
    Dank des DOSB-Lizenzsystems lassen sich erworbene Qualifikationen transparent einschätzen und bundesweit miteinander vergleichen.
  • Entwicklungsmöglichkeiten
    Das Qualifizierungssystem bietet allen Interessierten die Möglichkeiten, sich neben Beruf, Ausbildung, Studium oder Schule weiterzuentwickeln.
  • Kostengünstige und flächendeckende Qualifizierungsangebote
    Die Sportverbände sind gemeinnützig und verfolgen innerhalb ihres Ausbildungssystems keine kommerziellen Interessen. So zeichnen sich die Teilnahmegebühren durch besondere Sozialverträglichkeit aus. Dezentrale Strukturen ermöglichen außerdem flächendeckende und wohnortnahe Qualifizierungsangebote.
  • Qualitätssicherung durch lebenslanges Lernen
    Wer eine DOSB-Lizenz erwirbt, schließt damit seinen Lernprozess nicht ab. Regelmäßige Fortbildungen sind verpflichtend, um zu gewährleisten, dass immer nach neusten Erkenntnissen und Anforderungen im Verein gearbeitet wird.
  • DOSB-Lizenzen sind Qualitätsmerkmale
    Viele staatliche und gesellschaftliche Institutionen erkennen DOSB-Lizenzen in ihren Systemen an. Vereine können so beispielsweise Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln erhalten, wenn sich Personen mit DOSB-Lizenzen bei ihnen engagieren.

 

Die Sportorganisationen legen gemeinsam mit dem DOSB die Kriterien für Ausbildungen in den Rahmenrichtlinien (RRL) fest. Die RRL stehen für die Qualität und Vergleichbarkeit im organisierten Sport.

Seit Mitte der 60er Jahre gibt es die Rahmenrichtlinien und sie werden kontinuierlich fortgeschrieben, zuletzt 2005. So können gesellschaftliche und politische Veränderungen aufgegriffen und in die Ausbildungen mit aufgenommen werden. Beispielweise stellen Themengebiete wie Sport und Gesundheit oder die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund einen zunehmend wichtigen Aspekt in der Sportsvereinsarbeit dar.

Mit den RRL können die Sportorganisationen auf solche Themen reagieren und die Inhalte ihrer Ausbildungskonzepte bedarfsgerecht zuschneiden.

Die Rahmenrichtlinien als Download (pdf)

Ausführungsbestimmungen zum Kooperationsmodell in den RRL (pdf)

Wer eine DOSB-Lizenz erlangen möchte, muss mindestens 16 Jahre alt sein. Wer jünger ist, kann mit der Vorstufenqualifikation bereits eine kleinere, festgeschriebene Aufgabe im Verein übernehmen und wichtige Grundkenntnisse erwerben. Dazu zählen neben inhaltlichen Anregungen für sportliche Vereinsangebote unter anderem auch Schulungen zu Aufsicht und Betreuung von Kindern oder Konfliktlösungsstrategien.

Dieser Ausbildungsgang schließt ohne DOSB-Lizenz ab, kann aber im wörtlichen Sinne als Vorstufe für die nachfolgenden drei Lizenzstufen verstanden werden. Teilweise kann er auch für weitere Ausbildungsgängen angerechnet werden.

Strukturschema Vorstufenqualifikation (pdf)

 

Die Trainer/innen-Ausbildungen teilen sich in die Bereiche Leistungssport und Breitensport auf.

Im Breitensport sind es meist aktive oder ehemalige Sportler/innen oder Eltern von sportaktiven Kindern, die sich als Trainer/innen engagieren. Ob in der Kinder- und Jugendarbeit oder mit Erwachsenen, die Verantwortung als Trainer/in birgt zahlreiche Herausforderungen, weshalb sich viele für eine Ausbildung mit DOSB-Lizenz entscheiden.

Trainer/in-C

Trainer/innen im Breitensport planen und trainieren sportartspezifisch im Verein. Auf erster Lizenzstufe geht es deswegen um eine breite Grundlagenausbildung in der jeweiligen Sportart. Außerdem richten sich Trainer/innen mit ihren Breitensportangeboten an viele Vereinsmitglieder. Diese zu gewinnen, zu fördern und an den Verein zu binden, ist ebenfalls ein wichtiger Ausbildungsaspekt.

Trainer/in-B

In diesem Ausbildungsgang vertiefen Trainer/innen ihre Kenntnisse für breitensportliche Trainingsangebote wie Amateur- und Wettkampfsport und dem Schulsport außerhalb des Unterrichts. Außerdem werden soziale und gesundheitliche Aspekte des Sporttreibens vermittelt, um Menschen stärker zum Sporttreiben zu motivieren.

Trainer/in-A

Diese Ausbildung wurde 2006 eingeführt und ist eine Reaktion auf die demografische Entwicklung und die dadurch einhergehende verstärkte Nachfrage nach ganzheitlichen Breitensport, Fitness- und Gesundheitsprogrammen. Auf dieser Lizenzstufe werden Trainer/innen zu Experten für den Trainingsbetrieb im Breiten- und Gesundheitssport ausgebildet, die außerdem qualifiziert sind, breitensportliche Großveranstaltungen zu planen und durchzuführen.

Strukturschema Trainer/in Breitensport (jpg)

Während im Breitensport Trainer/innen viele Vereinsmitglieder ansprechen sollen, ist die Ausbildung im Leistungssport darauf ausgerichtet, Talente zu erkennen und zu fördern.

Trainer/in-C

In der Einstiegsstufe setzt die Ausbildung darauf, Grundlagentraining für Anfänger und Fortgeschrittene im Verein zu planen und durchzuführen. Daneben wird der Blick geschult, Talente im Verein zu entdecken und gezielt zu fördern.

Trainer/in-B

Trainer/innen werden in diesem Ausbildungsgang für das leistungssportliche Aufbau- und Anschlusstraining qualifiziert. Wer mit einer B-Lizenz abschließt, kann solche Trainingsformen kompetent planen, organisieren und durchführen.

Trainer/in-A

Wer sich für eine Ausbildung auf 3. Lizenzstufe anmelden möchte, benötigt nicht nur eine gültige Lizenz als B-Trainer/in, sondern braucht auch eine Befürwortung vom zuständigen Landesfachverband.

Trainer/innen auf dieser Lizenzstufe befassen sich mit dem systematischen, leistungsorientierten Anschluss- und Hochleistungstraining. Häufig werden sie auch im Auswahl- und Kadertraining der Verbände eingesetzt.

Diplom-Trainer/in

Nur für die Ausbildungsgänge Trainer/in Leistungssport gibt es noch eine 4. Lizenzstufe, die Diplomebene. Qualifizierte Trainer/innen mit einer A-Lizenz können an der Trainerakademie des DOSB ein Diplomstudium anschließen. Hier werden sie in der jeweiligen Sportart dazu ausgebildet, den besonderen Herausforderungen als Trainer/innen im Hochleistungssport gerecht zu werden.

Strukturschema Trainer/in Leistungssport (jpg)

Nur für die Ausbildungsgänge Trainer/in Leistungssport gibt es noch eine 4. Lizenzstufe, die Diplomebene. Qualifizierte Trainer/innen mit einer A-Lizenz können an der Trainerakademie des DOSB ein Diplomstudium anschließen. Hier werden sie in der jeweiligen Sportart dazu ausgebildet, den besonderen Herausforderungen als Trainer/innen im Hochleistungssport gerecht zu werden.

Strukturschema Diplom-Trainer/in (jpg)